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Was bedeutet Softproof?

Technik

Lösungen zur Monitorkalibrierung

Theorie und Praxis

Überprüfung und Zertifizierung

Fazit

Was bedeutet Softproof? 

Einfach ausgedrückt, bedeutet Softproof die farbgenaue Darstellung des späteren Druckergebnisses. Was bedeutet aber nun farbgenau?

Liegen für einen Digitalproof sehr genaue Anforderungen, Zielwerte, Toleranzen und Prüfmethoden vor, so gibt es mit dem Normenentwurf ISO 12656:2005+ erst wage Ansätze, den Softproof zu standardisieren. Aber auch wenn noch keinen offiziellen Normen und Verfahrensweisen existieren, gibt es doch bereits ausgereifte Lösungen, um zu einer hohen Darstellungsqualität zu gelangen und diese auch zu verifizieren. Doch der Reihe nach:

Technik 
Welcher Monitor ist kalibrierbar?

Man hört die Frage immer wieder: Ist dieser Monitor bzw. dieses Display kalibrierbar?
Ganz generell könnte man sagen, dass jeder Monitor kalibrierbar und profilierbar ist, nur hängt das erreichbare Ergebnis ganz entscheidend von der Qualität des Gerätes ab.

Prinzipiell unterscheidet man zwei Verfahren der Monitorkalibrierung: die Hardware-Kalibration und die Software-Kalibration. Bei beiden Verfahren wird der Monitor mit verschiedenen Signalen (analog eines Testcharts, nur sequentiell) angesteuert und mit einem geeigneten messgerät (Colorimeter oder Spectralphotometer) Soll- und Ist-Werte verglichen.

Bei der Hardware-Kalibration kommuniziert die Kalibrierungssoftware direkt mit dem Monitor und legt die Korrekturwerte in einer sog. Look Up Table (LUT) ab. Die Ansteuerung über die Grafikkarte erfolgt völlig linear.

Bei der Software-Kalibration hingegen muss der Benutzer (soweit es geht bzw. technisch am Gerät überhaut möglich ist) Helligkeit, Kontrast, Farbtemperatur, etc. selbst einstellen. Die darüber hinaus notwendigen Korrekturen werden ebenfalls in eine LUT geschrieben, die sich in diesem Fall aber in dem ICC-Farbprofil befindet und bei Bedarf in die Grafikkarte geladen wird. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass durch die für die Korrektur verwendeten Bits der Dynamikbereich bzw. die Anzahl der darstellbaren Farben eingeschränkt wird. Je mehr korrigiert werden muß, desto schlechter das Ergebnis (Luminanzverlust, Abrisse).

Fazit: Ein hardware-farbkalibrierbares Display ist in jedem Fall die beste Wahl. Ist dies nicht möglich, sollte ein Display verwendet werden, was von Haus aus eine gute Linearität besitzt und sich in allen Parametern per Hand einstellen lässt. Eine noch so gute Kalibrationssoftware und Messtechnik kann aus einem schlechten Gerät kein Proof- Display machen!

Röhre oder Flachbldschirm?
Eigentlich gehört diese Frage schon fast der Vergangenheit an, werden doch kaum noch Röhrenmonitore (CRT) hergestellt. Ein TFT zeichnet sich durch viele andere Vorteile (keine geometrischen Verzerrungen, kein Flimmern, geringer Platz- und Stromverbrauch) insbesondere auch durch eine hohe Helligkeit (Luminanz) aus.  Es ist jedoch darauf zu achten, ein geeignetes Gerät zu nehmen, d.h. ein Gerät mit einem für farbkritische Anwendungen geeignetes Panel. Dazu zählen insbesondere die IPS- oder S-IPS Panels.
Unsere Display-Empfehlungen

Als hervorragende Displays für elektronische Bildbearbeitung und Layout können wir Ihnen die Geräte der SpectraView Serie von NEC Displays empfehlen.

Dazu zählen die Modelle:
SpectraView 1990
SpectraView 2090
SpectraView 2190
SpectraView 2690

sowie der
SpectraView Reference 21

Alle Geräte sind hardware-farbkalibrierbar mit 12-Bit LUT (10-Bit bei Ref 21) und werden mit Blendschutz und SpectraView Profiler Software geliefert. Umfangreiche technische Features (Feedback-System, ColorComp-Technologie, etc.) garantieren hervorragende Qualität und Stabilität.

Als weltweit erstes Gerät besitzt der SpectraView Referenced 21 ein selbstleuchtendes LED Backlight, welches eine variable Weißpunkteinstellung zwischen 5.000 und 9.300 K ohne Helligkeitsverlust ermöglicht. Das Gerät besitzt einen extrem großen Gamut und deckt den Adobe-RGB Farbraum zu mehr als 100% ab.

Weitere Informationen in unserer Produktdatenbank oder auf der Hersteller-Seite.

Lösungen zur Monitorkalibrierung 

Bei den SpectraView Displays ist die Software SpectraView Profiler enthalten. Diese Software ist eine OEM Version von basICColor display 4 von colorsolutions. Gegenüber anderen Lösungen zur Monitorkalibration zeichnet sich basICColor durch viele, z.T. einzigartige Funktionen aus:

  • Kalibration und Profilierung jeglicher Monitore (CRT, LCD, Laptop) und Beamer
  • Vollautomatische Hardwarekalibration unterstützter Monitore
  • Lineare L*-Kalibration, Kalibrierung auf einen Gammawert und sRGB-Kalibration für Webdesign und Videoschnitt
  • Vereinfachte Bedienung mittels vordefinierter Kalibrations- und Profilierungs-Einstellungen (ISO 3664 und ISO 12646, Büro, Druckvorstufe, Fotografie, Videoschnitt, Webdesign)
  • Einstellmöglichkeiten für Weißhelligkeit, Schwarzhelligkeit und Kontrastverhältnis
  • Unterstützung aller gängigen, qualitativ hochwertigen Monitormessgeräte (Kolorimeter und Spektralfotometer)
  • Erstellung von ICC-Profilen v2 oder v4, wahlweise 16-Bit Tabellen-  oder Matrixprofile
  • Validierung des Kalibrations- und Profilierungsergebnisses (grafische und numerische Auswertung)
  • Möglichkeit die Monitorkalibration zu editieren
  • Messung und Beurteilung des Umgebungslichtes und der Normlichtstation nach ISO 3664 und ISO 12646 (geeigentes Messgerät erforderlich)
  • automatische Hardwareeinstellung des JUST Normlichtgerätes Color Communicator 2
  • kalibriert und profiliert auch den Zweitmonitor
Theorie und Praxis 

Die Kalibrationsparameter für die Druckvorstufe lauten:
Weißpunkt: D50 und Tonwertkurve (Gamma): 1.8

In der Praxis wird D50 oft als unnatürlich warm empfunden. Die Ursachen liegen darin, dass Monitor und Normlicht zwar den gleichen Weißpunkt, jedoch unterschiedliche Charakteristika (selbstleuchtend und reflektierend) sowie Helligkeit (Normlcht ca. 600cd/qm vs. TFT ca. 150cd/qm) aufweisen. Das Auge kann sich aber nur an einen Weißpunkt adaptieren.

Für die Praxis bedeutet dies, dass nach Möglichkeit die Normlichtquelle dimmbar ausgeführt sein sollte um die Leuchtstärke an den Monitor anzupassen, wobei darauf zu achten ist, dass sich dadurch nicht der Weißpunkt verändert. Ausserdem kann eine Verschiebung des Monitorweißpunktes (Richtwert 5.500K – 5.800K) zu einer besseren visuellen Übereinstimmung sinnvoll sein. Den visuellen Vergleich führt man am besten unter Zuhilfenahme einer metameriefreien Graukarte durch.

Überprüfung und Zertifizierung

Auf Initiative der ugra (quasi die FOGRA der Schweiz) wurde eine Software entwickelt, mit der erstmalig eine schnelle und aussagekräftige Prüfung und Qualitätssicherung von  Monitoren möglich ist.

Das Ugra Display Analysation and Verification Tool (UDACT) nimmt dabei folgende Messungen in Anlehung an die ISO 12646:2005+ vor:

  • Homogenität auf 9 Feldern
  • Kalibrationsgenauigkeit im Gamut
  • Graubalance und Gradation
  • Simulation des Medienkeils CMYK 2.0 mit unterschiedlichen Druckbedingungen

Nach Ausmessen des Displays analysiert die Software die Ergebnisse und gibt eine generelle Empfehlung für Eignung hinsichtlich verschiedener Druckbedingungen. Ausserdem wird ein umfangreicher Report generiert.

ugra_UDACT.JPG.jpg
 
Fazit 
  • betr. Softproof gibt es erste Ansätze zur Standardisierung, von praxisgerechten Standards ist man aber noch weit entfernt
  • das Display der Wahl ist hardware-farbkalibrierbar
  • für die Verfifizierung der Qualität steht das UDACT Tool zur Verfügung
  • zur Arbeitsplatz-Kalibration gehört auch das Überprüfen der ColorManagement-Einstellungen in den Anwendungsprogrammen
  • für einen visuellen Vergleich ist eine hochwertige, möglichst dimmbare Normlichtquelle (im Idealfall der „kalibrierbare“ Color Communicator von Just) erforderlich
  • Messen ist nicht gleich Sehen, ggf. kann eine visuelle Feinabstimmung notwendig sein