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25.02.2010
Adobe PDF 2.0
   

Leonard Rosenthol, PDF Standard Architect bei Adobe Systems hat heute auf dem FOGRA Colour Management Symposium in München einen Ausblick auf die Entwicklung im Bereich PDF bis Ende des nächsten Jahres gegeben. Wir waren live dabei und haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst.

PDF wurde bekanntlich Anfang 2008 zur ISO Norm 32000-1 erhoben, ist also kein Hersteller-eigenes Format mehr, sondern Allgemeingut. In den nächsten Monaten soll es einen Teil 2 der o.g. Norm geben, der dann PDF 2.0 heißen wird. Bestandteile sind neben den Unterformaten PDF/UA (Universal Accessibility) und PDF/VT (Variable and Transactional Printing), überarbeitete Version von PDF/X-4 und PDF/X-5, verschiedene Funktionen in Acrobat 9 (z.B. Integr. von Flash/SWF) sowie Verbesserungen im Bereich Farbe.

Das auf PDF/X-4 und PDF/X-5:2010 aufbauende Format PDF/VT ermöglicht die optimale Speicherung und Verarbeitung von Dokumenten, die durch den variablen Datendruck (z.B. Transaktionsdruck von extrem vielen Seiten) mit wiederkehrenden Elementen entstehen. Der Fokus liegt dabei auf XObjects, mit denen die Dateigröße signifikant reduziert werden kann. Zudem ist Streaming möglich, also der Beginn der Verarbeitung, während die Datei noch zu Ende aufgebaut wird.

Gegenüber anderen Formaten für variablen Datendruck wie AFP und PPML bietet PDF/VT das leistungsfähigere Grafikmodell, z.B. durch die Unterstützung von Transparenzen. Zudem ist es mit einem Standard-Reader zu betrachten und mit der übrigen Druckindustrie „verträglich“ (Kommentar Olaf Drümmer von callas). Zu beachten ist, dass PDF/VT selbst keine variablen Daten mehr enthält!

Zum Thema Farbe in PDF. Aktuell unterstützt PDF 11 verschiedene Wege, Farbe zu beschreiben: 3 Geräte-abhängige (DeviceGrey, DeviceRGB und DeviceCMYK), 4 Geräte-unabhängige (CalGrey, CalRGB, Lab und ICCBased) sowie 4 spezielle (Indiziert, Muster, Separation und DeviceN).

Neue Funktionen von PDF 2.0 sind die Unterstützung von externen Profilen als Output Intent (z.B. via Verweis auf URL in PDF/X-4p und PDF/X-5pg), die Einführung eines Seiten-basierenden Output Intents (für Jobs, in denen verschiedene Seiten unterschiedlich verarbeitet werden sollen) sowie die Unterstützung der Tiefenkompensierung (Objekt-bezogen).

Adobe macht sich auch Gedanken, wie die Wiedergabe von Sonderfarben optimiert werden kann. Die ISO 3200 definiert prinzipiell Mechanismen, wie Überdrucken auf Geräten simuliert wird, welche keine Separationen unterstützen. Die Qualität der Visualisierung des Zusammendruckverhaltens ist oftmals jedoch völlig unzureichend. Für eine korrekte Darstellung sind weitere Informationen nötig, wie die Druckreihenfolge der Separationen, Angaben zur Opazität der Farben, Tonwertkurven sowie spektrale Daten.

Die Idee ist, mittels sog. NChannel MixingHints die o.g. Informationen in den Output Intent zu packen. Die spektralen Farbinformationen sollen im CxF Format (ISO 17972) als Metadaten gespeichert werden. Auf diesen Wegen sollen Erweiterungen implementiert werden, ohne die Rückwärtskompatibilität zu brechen.

Die ECI (European Color Initiative) hat dem ISO 32000 Komitee weitere Vorschläge gemacht, insbesondere zum Thema von Objekt-bezogenen Farbraumtransformationen. Speziell ging es darum definieren zu können, ob ein Objekt konvertiert wird oder nicht, ob der Schwarzkanal beibehalten wird, ob reine Farben erhalten werden, usw.
Das Komitee hat die Verantwortung zunächst an die ICC abgegeben, sich mit dem Thema zu beschäftigen und später als Vorschläge für PDF an die ISO Kommission zurückzugeben. Insofern ist nicht mit einer kurzfristigen Implementierung zu rechnen.

Eine Frage aus dem Publikum war, wie der Stand des Mars Projektes bei Adobe ist. Mars ist der Code Name für ein XML-basierendes PDF File. Mr. Rosenthol gab sinngemäß zur Antwort, dass es seitens der Industrie kein Interesse gäbe, da dies mit einem extrem hohen Umstellungsaufwand verbunden wäre, der nkcht im Verhältnis zum Nutzen stehen würde.
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