RSS-Feed   Suche   Kontakt   Impressum   Sitemap | Webcode  
Aktuelle Informationen Zurück
28.10.2008
Schwere Zeiten für Druckmaschinen-Hersteller
  Auch Druckmaschinen stehen in momentan schlecht im Kurs.  

Alle drei großen deutschen Druckmaschinenhersteller mussten sich von den positiven Umsatz- und Ertragsprognosen verabschieden und erwarten stattdessen Verluste für das laufende Jahr. Nachfolgend einige Berichte mit Details zu den betroffenen Unternehmen:

Heidelberger Druckmaschinen AG: Vorstand plant massives Sparprogramm

Die Folgen der Finanzkrise machen der Heidelberger Druckmaschinen AG offenbar deutlich mehr zu schaffen als bislang angenommen. Anfang November wird Vorstandschef Bernhard Schreier deshalb bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres weitere Sparmaßnahmen verkünden. Dies berichtet das "manager magazin" in seiner November-Ausgabe unter Berufung auf Aufsichtsratskreise und das Management des Konzerns.
Nach Angaben des Magazins plant der Maschinenbaukonzern Einsparungen von "mehreren hundert Millionen Euro". Dabei werde es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Entlassungen kommen. Auch erwäge die Konzernführung die Kündigung des bestehenden Beschäftigungssicherungsvertrags, der mit dem Betriebsrat des Werkes Wiesloch bis 2012 vereinbart worden war.
Mitte des Jahres hatte Schreier bereits ein erstes Sparprogramm im Umfang von 100 Millionen Euro aufgelegt. Damit waren allerdings keine Entlassungen verbunden.
Vor einigen Tagen erst hatten Medienberichte für Aufsehen gesorgt, nach denen Heidelbergs Finanzvorstand Dirk Kaliebe vorzeitig abgelöst werden soll. Der Kurs der Aktie ist unterdessen weiter auf dem Weg nach unten. Am Donnerstag ging der Titel mit einem Schlusskurs von 7,40 Euro aus dem Xetra-Handel - ein Minus von über sieben Prozent im Vergleich zum Vortag. Damit ist der Gesamtwert des Unternehmes auf unter 600 Millionen Euro gefallen.
Angeheizt wird der dramatische Kursverfall von zahlreichen negativen Analysten-Statements. So gab es während der vergangenen Tage sowohl von Goldman Sachs als auch von UBS und JP Morgan Verkaufsempfehlungen. (cvf)
Quelle: Druck und Medien

Manroland: Kurzarbeit für fast 3.000 Mitarbeiter

Der Vorstand von Manroland hatte Kurzarbeit für die rund 2.800 Beschäftigten der Bogenmaschinen-Werke in Offenbach und Mainhausen Mitte September beantragt. Sie soll für einen Zeitraum von sechs Monaten gelten.
Begründet wurde die Maßnahme von der Geschäftsführung mit der aktuellen "konjunkturellen Eintrübung" und "rückläufigen Auftragseingängen". Betroffen sind rund 2.500 Beschäftigte in Offenbach und 300 in Mainhausen.
Manroland leidet derzeit wie auch Koenig & Bauer und die Heidelberger Druckmaschinen AG unter dem Phänomen, dass zahlreiche Druck- und Medien-Unternehmen aus Angst vor einer Rezession Investitionen zurückstellen.
Anders als seine zwei deutschen Konkurrenten kann der Druckmaschinenhersteller jedoch kaum mit Stellenstreichungen auf die Situation reagieren, da bei Manroland seit dem Frühjahr 2007 ein Ergänzungstarifvertrag gilt, der den Mitarbeitern als Gegenleistung für finanzielle Zugeständnisse eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2009 zusichert. (cvf)
Quelle: Druck und Medien

König & Bauer AG: Maschinenfabrik KBA droht Jobabbau

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) hat sich von seiner Gewinn- und Umsatzprognose verabschiedet und erwartet für das laufende Jahr nun einen Verlust.
KBA wird das laufende Geschäftsjahr nach eigener Einschätzung mit einem Vorsteuerverlust abschließen. Zugleich kündigte das börsennotierte Unternehmen am Freitag in Würzburg an, im kommenden Jahr Arbeitsplätze abzubauen. Wie viele Menschen der betroffenen Werke in Radebeul (Sachsen), Mödling (Österreich) und Dobruska (Tschechien) ihren Job verlieren werden, steht nach Angaben eines Unternehmenssprechers noch nicht fest. Die Rede ist aber von mehreren hundert. Insgesamt arbeiten an den drei Standorten 3 600 Menschen.
Der Konzern begründete die Maßnahmen unter anderem mit massiven Umsatzrückgängen bei den Bogendruckmaschinen. Wegen der Nachfrageschwäche werde es im vierten Quartal auch an den beiden unterfränkischen Standorten Trennfeld und Würzburg sowie im rheinland-pfälzischen Werk Frankenthal zu flexibleren Arbeitszeiten und dem Abbau von Gleitzeitguthaben kommen. In diesen Werken fertigen etwa 3 400 Menschen Maschinen für den Rollenbereich.
Statt des bisher anvisierten Vorsteuergewinns von rund 63 Mill. Euro rechnet der Konzern nun mit einem negativen Ergebnis vor Steuern (EBT) in diesem Jahr. Genauere Angaben wurden nicht gemacht. Der Betrag werde in den kommenden sechs Wochen beziffert, sagte ein Sprecher. Der Jahresumsatz soll bei rund 1,5 Mrd. Euro liegen. Bisher hatte KBA mit 1,6 Mrd. Euro gerechnet. Besonders der Geschäftsbereich Bogenmaschinen bleibt den Angaben zufolge hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kämen Rückstellungen für die Konsolidierung der Bogenoffset-Standorte und Wertberichtigungen im Vorratsvermögen.
Trotz der seit Monaten anhaltenden Abkühlung der Weltwirtschaft hatte KBA auf der Fachmesse drupa Ende Mai noch Aufträge im Wert von 170 Mill. Euro generieren können. Trotzdem habe sich der Auftragsbestand nicht wie erwartet erholt, hieß es in der Mitteilung. Viele Kunden, die auf der Messe Maschinen bestellt hätten, seien in den Strudel der Finanzkrise gekommen und müssten die Order mangels Krediten stornieren oder verschieben. 50 Mill. Euro des Drupa-Auftragsvolumens lägen derzeit auf Eis, sagte der Sprecher. Bestellungen über einen weiteren niedrigen zweistelligen Millionenbetrag seien bereits zurückgezogen worden.
Quelle: Handelsblatt (gekürzt)
  Zurück